
Schwierigkeit: flach aber teilweise unwegsam, gutes Schuhwerk ist zu empfehlen
GPX-File, Tour bei Komoot
Die heutige Tour beginnt an einem versteckt gelegenen Parkplatz mitten im Naturschutzgebiet Rietzer See(?). Den Parkplatz erreicht man, indem man in Netzen von der Hauptstraße Richtung Norden abbiegt und die Dorfstraße aus gelben Ziegelsteinen entlangfährt. Man hält sich rechts und folgt den Schildern zum Vogelbeobachtungsturm. Kurz vor der Brücke über die Emster befindet sich dann der Parkplatz.
Meine Tour führt mich zunächst über die Emsterbrücke und dann nach links. dort zweigt nach wenigen hundert Metern ein kleiner Stichweg zu einem Vogelbeobachtungsturm ab. Von dort oben kann man wunderbar die reichhaltige Vogelwelt auf dem Strengsee beobachten. Dazu kam es in meinem Fall nicht, denn kaum hatte ich die Beobachtungsplattform erreicht, hub hinter mir lautes Gezeter und Gezwitscher an. Ich hatte offenbar ein Schwalbenpärchen gestört und dieses machte mir sehr klar: Es würde gerade nicht passen, man sei am Brüten. Als Vater zweier Kinder respektiere ich diesen Wunsch natürlich und mache mich wieder auf den Weg.

Für mich ging es weiter nördlich auf einem schmalen Pfad zwischen Emster und Strengwiesen. Für nicht ganz so rüstige Naturen gibt es mehrere Abkürzungen über die Wiesen. Ich habe mich für die größtmögliche Runde entschieden, um einen Blick auf den Rietzer See erhaschen zu können. Je weiter man auf diesem Weg vorangeht, desto uriger wird die Landschaft. Der Weg ist bald kaum noch als solcher zu erkennen, die Geräusche der Zivilisation verebben, dafür kann man der reichhaltigen Vogelwelt lauschen. Leider sieht man sich bald genötigt, den Schritt zu beschleunigen, möchte man nicht den Schwaden bluthungriger Mücken als Mittagstisch dienen.
Der Pfad biegt am Rietzer See nach Osten und bald darauf wieder nach Süden ab. Hier kann man noch den einen oder anderen hübschen Blick auf den Strengsee und seine Vogelpopulation erhaschen. Weiter geht es über einen Feldweg Richtung Trechwitz direkt auf eine gigantische Biogasanlage zu, deren grüne Silokuppeln bereits auf dem ganzen Weg als Orientierungspunkte gedient haben. Hinter der Anlage bietet sich für Fotografen zur richtigen Jahreszeit eine gute Gelegenheit: ein großes Mohnfeld wächst hier entlang der Allee zwischen Trechwitz und Nahmitz.

Dieser Allee folge ich dann auch. Hier ist ein bisschen Vorsicht geboten, springt man nicht rechtzeitig zur Seite, landet man schnell unter den Rädern der riesigen Traktoren, die die Biogasanlage füttern. Bald erreiche ich Trechwitz Siedlung. Wenige Meter hinter dem Ortseingang geht es einen versteckten Weg nach rechts zu einer Aussichtsplattform, auf der man einen hübschen Blick über den Netzener See hat. Leider gibt es keine rechte Sitzmöglichkeit, und so muss ich meine Pause stehend verbringen.

Da ich von der erstaunlich viel befahrenen Straße bald die Nase voll hatte, wandte ich mich nach links immer zwischen Feld und Waldrand entlang. Der Weg führt im weiteren Verlauf wieder zurück zur Straße, man kann - wie ich - allerdings auch eine Abkürzung durch den Wald nehmen. Ich wollte mir nämlich noch die Ferienanlage Netzener See anschauen, wo ich vor vielen Jahren mal eine Klassenfahrt verbracht habe. Die Anlage hat sich seitdem gewaltig verändert, aber ein paar Dinge glaube ich wiedererkannt zu haben.

Mein Weg führte mich dann weiter am Sägewerk Nahmitz vorbei und unter der A2 hindurch, die an dieser Stelle als Viadukt ausgeführt ist. Der Weg durch den Ort Nahmitz ist unspektakulär und man ist froh, bald wieder nach rechts abzubiegen, unter der Autobahn durchzutunneln und zurück in der Natur zu sein. Es geht kurz entlang der Autobahn, hier kann man sich mal des Lärms bewusst werden, den solch eine Schnellverbindung erzeugt. Glücklicherweise führt der Weg bald wieder in den Wald hinein. Ich folge hier übrigens dem “Rundweg Netzener See”, der auch Teil des Pilgerpfades “Bernhardspfad Lehnin” ist. Monokulturen sind zwar nicht so mein Ding, aber dieses Stück Wald erzeugt zusammen mit den Strahlen der Nachmittagssonne eine ganz besondere Atmosphäre.

Nach einer Weile erreiche ich die Siedlung Netzen Am See. Dort gibt es den Seehof Netzen, der zur Rast einlädt. Mein Weg führt mich mitten durch die Hotelanlage und am Seeufer nach links. Ich folge immer dem Ufer, bis ich in ein Stück Brandenburger Dschungel gelange. Ein verschlungener und morastiger Pfad führt mich hindurch. Am anderen Ende treffe ich auf die südliche Ecke eines Naturlehrpfades der im Naturschutzgebiet Rietzer See eingerichtet wurde. Ich folge dem Weg nach links und lerne einiges über Vögel, Wiesen und Hecken. Schließlich erreiche ich nach über 16 Kilometern Strecke wieder das Auto und freue mich über eine gelungene Wanderung.

