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Von Wust nach Rietz und zurück

·572 Wörter·3 min
Wanderung Natur

Die Emster

Länge: 15,6 km (3-4 h)
Schwierigkeit: sehr flaches Gelände, gute Wege
GPX-File, Tour bei Komoot

Ich starte meine Tour bei besten Wetter am Einkaufszentrum Wust. Dort gibt es reichlich Parkplätze. Zwischen dem Fitnessstudio und dem Solarpark geht es zunächst Richtung Osten bis zu einem Bahnübergang. Dieser wird jedoch noch nicht gequert, ich wandere auf einem alten Pfad entlang der Bahnstrecke. Dieser Weg ist tatsächlich etwas besonderes, er gehört zum Jacobsweg zwischen Berlin und Brandenburg. Er führt nach kurzer Strecke jedoch zurück zur B1, auf der ich dann das vor einigen Jahren errichtete Brückenbauwerk nutze um über die Bahnstrecke zu kommen. Auf der anderen Seite geht der Blick weit nach Süden und zeig die Landschaft, die ich in den nächsten Stunden durchwandern werde. Von der B1 zweigt der Zaucheradweg ab, auf dem ich bis nach Rietz gelange. Er schlängelt sich zunächst über ein Feld und führt dann an der Emster entlang, einem kleinen Kanal zwischen der Havel und der Lehniner Seenkette.

Der Jakobsweg
Ein uralter Pilgerpfad neben einer modernen Bahnstrecke

Diese Landschaft bildet die nordwestliche Ecke der Zauche, eines ausgedehnten Waldgebietes südöstlich von Berlin. Das trockene Land, so die Bedeutung im Slawischen, war Siedlungsgebiet der Heveller und spielte im 12 Jhd. eine wichtige Rolle bei der Gründung der Mark Brandenburg durch Albrecht den Bären. Von Trockenheit ist auf dem Zaucheradweg allerdings nicht viel zu sehen, die Landschaft ist eher ausgeprägt morastig.

Der Zaucheradweg
Der Zaucheradweg

Hier hat man schon sehr viel Ruhe (es sei denn, man nutzt wie ich den Weg ausgerechnet an Christi Himmelfahrt). Sowohl links im Sumpfgebiet als auch rechts entlang der Emster gibt es eine reichhaltige Vogelwelt zu bestaunen. Nach geraumer Zeit gelange ich zur Brücke über die Emster. Der Weg dahinter führt weiter durch grüne Felder und saftige Wiesen bis ich schließlich den Ort Rietz erreiche. Hier kann man in einem Cafe haltmachen, zu deren Ausstattung auch einige Alpakas gehören. Mein Weg führt mich dann in nordwestlicher Richtung wieder hinaus aus dem Ort und in einen kleinen Wald.

Hinter diesem Wald liegt ein Ort, der nichts für empfindliche Nasen ist und wohl schon für viel Streit unter den Anwohnern gesorgt hat: eine gigantische Schweinefarm. Ich lasse die Gegend schnell hinter mir, bevor meine Nase vollständig den Geist aufgibt. An einem kleinen Gewerbegebiet vorbei geht es nun zum Rietzer Berg. An diesem “Berg” kann man erkennen, wie flexibel die Brandenburger diesen geographischen Begriff verwenden, denn mehr als ein paar Meter geht es nicht hinauf. Oben finde ich ein Herde Esel, die ein Gebäude bewacht. Sie haben offenbar gerade Futter bekommen und beachten mich daher kaum. Ein paar Meter weiter gibt es noch ein größeres Damwildgehege mit ein paar Rehen. Wer möchte, kann auch den Landschafts- und Kunstverein Rietzer Berg besuchen, der hier einen schönen Garten pflegt und regelmäßige Veranstaltungen anbietet. Ich schlage mich derweil weiter nach Neuschmerzke durch, einer Siedlung am Rande der Stadt Brandenburg durch.

Blick über die Felder südlich von Brandenburg
Blick über die Felder südlich von Brandenburg

Nach kurzem Abstecher durch die Siedlung, die aktuell von viel Bautätigkeit geprägt ist, geht es parallel zur B1 ein letztes Mal hinaus aufs Feld. In der Ferne kann man den Neubau der B1-Brücke über die Bahnstrecke Magdeburg-Berlin sehen. Wir alle hoffen, dass sie bald fertig wird. Dann hätte Brandenburg zumindest eine vernünftige Brücke. Ich laufe an den Bahngleisen entlang bis zu dem kleinen Bahnübergang, der mir am Anfang meiner Tour schon einmal begegnet ist. Von dort geht es dann auf direktem Wege zum Auto zurück.

Karte
Daten: © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL), Grafik: CC-BY-SA.