
Schwierigkeit: Asphalt und Waldwege, kaum Steigungen
GPX-File, Tour bei Komoot
Der Tag der Arbeit war in der DDR immer ein hoher Feiertag der mit Paraden und Festen begangen wurde. In Angedenk dieser Tatsache habe ich mich am 1. Mai 2024 dazu entschlossen, einen ganz besonderen Ort mitten in den Wäldern südlich von Brandenburg aufzusuchen. Ausgangspunkt meiner Wanderung ist das Örtchen Dahlen, nicht viel mehr als ein riesiges Seniorenheim mit ein paar Häusern drum herum mitten im Wald. Ich parke an besagtem Seniorenzentrum und schlage mich in die Büsche. Keine hundert Meter weiter bin ich vollkommen umgeben von Natur. Es ist früh im Jahr, die Vegetation ist noch frisch und der Waldboden ist dicht bedeckt mit hellgrünen Blättern.

Immer weiter geht es durch den Wald. Ein Herde Rehe flieht (unnötigerweise) vor mir, ich schaffe es leider nicht, die Kamera schnell genug im Anschlag zu haben. Nach ein paar Kilometern tauchen urplötzlich Häuser mitten im Wald auf. Ich habe das Örtchen Hohenspringe erreicht. An ein paar gemütlichen Gehöften vorbei geht es aber direkt wieder hinein in den Wald. Ab und zu lichtet sich das Dickicht und gibt den Blick auf Lichtungen frei.

Mein Weg kreuzt mehrere Bachläufe, die alle Nebenarme des Flüsschens Verlorenwasser sind. Weitere Häuse tauchen unvermittelt im Wald auf. Ich habe den Ort Egelinde erreicht. Von hier aus geht es (leider) immer der Strasse entlang, die aber kaum befahren ist. Ich erreiche den Ort Verlorenwasser, in dem mit der Hirschtränke ein erstaunlich gut besuchtes Ausflugslokal liegt. Aber ich kann jetzt nicht rasten, ich habe ja noch nicht einmal ein Viertel der Gesamtstrecke geschafft. Vorbei an einer riesigen Weide mit Kühen und Pferden geht es weiter durch den Wald. Kurz vor meinem Ziel höre ich ein Geräusch, das mir seltsam bekannt vorkommt. Und tatsächlich: hinter einer Biegung kommt mir eine Kolonne Trabbis entgegen. Ich bin (mal wieder) zu perplex, um ans Fotografieren zu denken. Mit dem mulmigen Gefühl, ein Zeitportal durchschritten zu haben gehe ich weiter.
Endlich komme ich an meinem Ziel an. An dieser Stelle mitten im Wald - so haben Wissenschaftler der DDR ermittelt - liegt der Mittelpunkt der ehemaligen DDR. Zu DDR-Zeiten war dieser Punkt allerdings nur kurz eine Sehenswürdigkeit. Wie die dort angebrachten Tafeln informieren, wurde das Gebiet schon nach wenigen Jahren zum Sperrgebiet. Grund war der nahegelegene Übungsplatz der Bereitschaftspolizei.

Nach einer kurzen Rast geht es wieder in den Wald. Die Rücktour ist unspektakulär. Nur einmal wird es ein wenig interessant, als ich an besagtem Sperrgebiet - heute ein Gewerbegebiet mitten im Wald - vorbeikomme. Dort erinnern noch einige Ruinen an die zweifelhafte Vergangenheit. Die letzten Kilometer durch den Wald ziehen sich etwas und ich bin dann froh, wieder am Auto angekommen zu sein. Alles in allem aber doch eine schöne Tour!


